Die Mühle

Fast 800 Jahre an der Prims.

Haupthaus, Mühlengebäude, Scheune, Backhaus, Gesindehaus und Mühleninsel: Das Ensemble der Bettinger Mühle erzählt Geschichte – vom Mittelalter bis heute.

Erste Erwähnung 1246
Mennonitenstube Mo–Fr 9–12 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Das Ensemble

Ein ganzes Dorf aus Mühlengebäuden.

Die heutige Mühle besteht aus dem Haupthaus, dem Mühlengebäude, das sich in südöstlicher Richtung an das Haupthaus anschließt, der Scheune, dem Backhaus, dem „Gesindehaus“, dem Stall sowie der sogenannten Rampe westlich neben dem Haupthaus. Auf der Mühleninsel befinden sich eine Feldscheune und ein Grillplatz; hinter der Scheune, die als multifunktionaler Veranstaltungsraum genutzt wird, schließt sich ein Vorratslager für Backholz an.

Haupthaus Mühlengebäude Scheune Backhaus Gesindehaus Stall Rampe Mühleninsel
Führungen Nach Vereinbarung Mitglieder des Mühlenvereins führen Sie gerne – Anmeldung unter 06887 / 88 86 54.
Mennonitenstube Mo – Fr 9 – 12 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung
Luftaufnahme der Bettinger Mühle in Schmelz mit Mühlenkanal und Garten
Historie der Bettinger Mühle

Die Chronik.

13. Jahrhundert
1246 Erste urkundliche Erwähnung der Bettinger Mühle.
1278 Zu dieser Zeit gibt es zwei Bettinger Mühlen: „Lofmulen und Hagenmulen“; erstere ist vermutlich die Bettinger Mühle.
14. – 16. Jahrhundert
1399 Herzog Charles von Lothringen bestätigt den „Prêtres curés und chapelaine de la prevosté de Schambourg“ ihre Rechte an der Mühle.
1474 Frederich de Bitche, genannt „Gantersberger“, erneuert sein Lehensverhältnis über die Rechte an der Mühle in Bettingen.
1500 Es ist die Rede von drei Mühlen im heutigen Schmelzer Raum. Eine davon ist die Bettinger Mühle; sie wird als Walk- und Lohmühle am rechten Ufer der Prims beschrieben, die aber nicht in Betrieb ist.
18. Jahrhundert
1706 Wiederaufbau der Bettinger Mühle als Bannmühle durch das Amt Schaumburg – mit Hilfe von Fronarbeit der Bauern beim Dammbau und bei der Holzanfuhr.
1710 Vermessung des Mühlengeländes durch den Landvermesser Joseph Motte aus Saarlouis. Es entsteht eine Katasterkarte mit Mühle, Brücke, Kirche und Ortslage Bettingen; das Gelände umfasst 6 Morgen 8 Ruten.
1732 Der Mühlenkanal wird in seiner heute noch vorhandenen Form gebaut.
1735 Die Mühle wird erstmals als Genossenschaft geführt. Die Bauern investieren 110 Reichstaler – ein bewusster, freiwilliger Akt genossenschaftlichen Handelns, weit fortschrittlicher als viele spätere Zusammenschlüsse im Territorium.
1793 Französische Besetzung – der Mühlenbann wird aufgehoben.
19. Jahrhundert
ab 1800 Die Mühle wird von den Mennonitenfamilien Schertz, Oesch und Nafziger betrieben.
1875 Johann Scherz wird Pächter.
20. Jahrhundert
1908 Die Familie Scherz/Nafziger/Oesch erwirbt die Mühle vom Besitzer Ernst Wilhelm Sehn als Eigentum.
1930 Der Müller Johann Scherz modernisiert die Mühle.
1978 Der letzte Müller, Wilhelm Guth aus Busenberg bei Pirmasens, gibt die Mühle aus Altersgründen auf.
1993 Gründung des „Vereins zur Erhaltung der Bettinger Mühle“.
1994 Der Verein nimmt offiziell seine Tätigkeit auf – die Restaurierungsarbeiten beginnen.
Wasserkraft

Die Kraft der Prims.

Seit Jahrhunderten wurde die Wasserkraft der aus dem Hochwald kommenden Prims zum Antrieb von Mühlen genutzt. An der Bettinger Mühle diente sie zum Betrieb der Mahlsteine.

Das eigentliche Wasserrad war bis 1979 in Betrieb. 1994 begann die Firma Koch GmbH (Schmelz) mit Unterstützung der Firma Schwind Montagen sowie ABM-Kräften mit der Restaurierung des Rades.

Zu Gast an der Mühle

Der bäuerliche Lehr- und Schaugarten.

In der Bettinger Mühle haben auch der Verband der Gartenbauvereine Saarland/Pfalz e.V. und der „Unser Garten“-Verlag ihre Geschäftsstelle.

Der Verband unterhält neben seiner Geschäftsführung einen bäuerlichen Lehr- und Schaugarten – ein Highlight bei jeder Führung.

Bauerngarten der Bettinger Mühle an einem Sommerabend